
Bevor wir zur großartigen und lang und breit erzählten Geschichte des Kamalattas kommen, wollen wir erstmal genau EUCH zu Wort kommen lassen. Kamalatta ist etwas verfremdliches und entfremdliches. Etwas missverständiches und unverständliches. Deswegen haben wir im Dezember 2004 genau EUCH gefragt, was Kamalatta-Kamalatta bedeuten könnte. Und das ganze in der Form des klassisches Haikus. Danke fürs Mitmachen. Ergänzungen könnt IHR gern im Gästebuch hinterlassen.
MEGA-MASSEN-HAIKU-KAMALATTA-INTERPRETATIONEN
Wirre Gedanken durchgekaut und ausgespuckt geben Erleuchtung
Kannst du gut malen? STUMPF! Matte Bilder glänzen aus reinen Worten
ich bin weil ich nichts Formlosigkeit erlogen sagt man so aber
RAF, Egge, Lars gleich Lesung K mit Latta und Musik gleich Genesung
Zwei junge Männer umtriebig und jetzt getrennt Wortkünstler - oh Neid
stolpern durch die welt missgeschicke aushalten und davon reden
Kamalatta ist DADA, Tag für Tag, ein Mist, gleichzeitig so klar
Kamalatta WA Kamasatra is auch so Kaja Marca jo
Kamlatta ist dem Punker geklaute Volkswagenreif'n
Kamalatta hin Kamalatta her! Wer's weiss kriegt Haiku auf's Brot! ______________________________________________________

Die Geschichte des Kamalatta-Kamalatta ist eine Geschichte voller Mißverständnisse. Deswegen sehen wir es als Pflicht als revolutionäre und rücksichtslose Aufklärer, die wir nun mal sind, Euch unser karges Leben zu offenbahren:
Es folgt jetzt ein etwa sieben Seiten langer Text zu der Nichtigkeit "Wie haben sich die Kamalattonen kennengelernt und was dann alles passiert ist". Wen das nicht interessiert und lieber die Kurzfassung studieren möchte, klicke auf die folgenden Bilder:
Das ist Jan Egge Sedelies. Er wird Egge genannt und viele wissen nicht warum. Die Antwort auf diese Frage ist viel unspektakulärer als man denkt. Vielleicht klärt er euch ja mal in einer gemütlichen Kneipenatmosphäre darüber auf. Wer mehr zu Egge wissen will, Texte lesen möchte und an der Vita interessiert ist, sollte einfach aufs Bild klicken.
Das ist Lars Daedelow, oft als Trabantenstadtelegiker bezeichnet. Er hat die Angewohnheit unter verwirrenden Namen aufzutreten, mal mit dem Zunahmen Baader oder mal mit Tariv. Woher diese Marotte kommt, können kluge und geübte Verschwörungstheoretiker vielleicht aus einer Angabe in seiner Vita ableiten. Wer dieser Spur nachgehen möchte, Texte und Fotos begutachten will und an einem ganz eigenen Eindruck von dem Mann auf dem Steckbrief interessiert ist, sollte auf das Bild, gleich links, klicken.
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Glückwunsch: Ihr habt Euch für den harten Weg entschieden!
Alles begann mit dem ersten Schultag an der BBS Burgdorf und Lehrte, dem Wirtschaftgymnasium in der Provinz. Man lernte gemeinsam (mehr oder weniger), soff und hatte Sportunterricht. Auch Kulturangebote wurden wahrgenommen - wir spielten Theater. Unvergesslich Lars in der Rolle eines tanzenden Kellners oder als Professor, der den neuen Herrenmenschen schaffen wollte. Auch Egge glänzte in einer Shakespear Rolle namens Claudio, der erst naiv, dann traurig und dann mit einer Lesbe verheiratet war - und alles mit einem Gesichtsausdruck spielte. Dann zog er ernsthafte Charakterrollen vor und wurde zum schizophrenen Talkmaster, welcher bei einer Geisterfahrt ums Leben kam. Geschichten die das Leben schreibt. Hier einige Fotos:
Das waren noch Zeiten. Egge mit Anzug, modischer Frisur und Fliege. Dazu ein blondes Mädchen, dessen bürgelichen Namen Egge nur auf etwas mit B...benennen kann. Durchschimmern tut ein älterer Herr mit Brille: Manfred Filsinger ist in der freien Theater-Szene Hannovers tätig. Grüße!
Die Zeitungen überschlugen sich. Wir waren großartig, sensationell und meist betrunken. "Vor allem beeindruckte Jan Sedelies als Claudio" schrieb die HAZ und vergaß einfach das 'Egge'. Wer dann wiederrum mit "teilweise profihaft schauspielernde Schüler" gemeint war, kann man sich an dieser Stelle schon fast denken.
Die Zeit verging, wir wurden klüger und Deutschland führte wieder aktiv Kriege. Es wurde Zeit für etwas Neues, Einzigartiges, Revolutionäres, Radikales, Zersetzendes - der Kassiber!
Zu den Kamalattonen gesellte sich Felix Schürmann - jemand der historisch, politisch ud gesellschaftlich bewandert eine Zeitung mit uns schuf, wie Sie der vermeintliche Chef der Schule "Rüdiger-REDHEAD-Overfeld" lange nicht gesehen hatte. Wir beleidigten, riefen zu Gewalt gegen Sachen auf, zum Widerstand im Allgemeinen, wollten die Schule nach unserem Direktor benennen lassen, und kamen damit bis zur Landesebene durch, besetzten den Schülerratsraum, um dort Rauschgiftsüchtigen ein Exil zu bieten, wir färbten mit Tonerfarbe das Foyeer schwarz und hetzten gegen Reiche Säcke aus Ramlingen, Referendare und Expo-Botschafterinnen. Vier Ausgaben überstand das Projekt. Ein paar Seiten soll es bald in pdf-Form geben.
Der Kassiber starb, Lars flog von der Schule, Egge fiel im Mathe-Leistungskurs durch und ein Footballer entdeckte den Hanf für sich. Es entstand die Idee Veranstaltungen im lokalen, alternativen "Anderen Kino" in Lehrte durchzuführen. Es entstand die Idee vom "Kultur und Tanzcafé".
Nach ein paar ausgedehnten Tagen Nachdenken wurde die Idee geboren innerhalb der Reihe "Kultur- und Tanzcafé" eine erste Reggae-Party zu veranstalten: "Jump Nyabinghi" hieß das Motto und die Party zu der Lars alles an Ragga, Dance-Hall und Egge Ska auflegte. Verbrannte wurde reichlich männliche Pflanzen - der Atmosphäre wegen - und auch sonst konnte wir echt zufrieden sein.
Die nächste Fete war eine revolutionäre "Anti-EXPO-Party". Unter dem Motto "Twipsy halts Maul" sollten eigentlich Diskussionen über Herrschaft, Führungsanspruch der Industriestaaten gegenüber den Ländern in der dritten Welt oder die Welt als Ware geführt werden, doch ein paar Punks machten dann eben den ganzen Abend Musik und zum Diskutieren hätte man auch jemanden mit einem anderen Standpunkt gebraucht.
Die dritte Veranstaltung war ein Chansonabend mit dem Meister der Gitarre Wulf Hühn. Diesen haben wir extra mit dem Auto aus der Metropole Hannover abholt und auch wieder dorthin zurück gebracht. Dazu kam eine Künstlerin Namens Doris Fussy aus Peine, die ihre neusten Kreationen vorstellte. Ein Super-Abend, der leider nach einer vergeigten Kinoparty (Wer hat gesagt wir sollen Musik machen?!) der vorerst Letzte im Anderen Kino war. Außerdem waren schon andere Projekte geplant.
Nach dem wir im Dezember 1999 bei Flora in der Kultur-Redaktion angekommen sind, liest Lars auch bald darauf beim Festival der Kulturen. Ein klasse Lesung, Atmosphäre und der Beginn einer wundervollen Literaturkarriere. Der Tritt in die Öffentlichkeit war getan. "Der, der seine Lage erkannt hat, wie soll der aufzuhalten sein?" Yeah!
Irgendwann verschlug es Lars und Egge in einen Laden namens Glocksee. Ein Offenes Mikrofon stand dort bereit missbraucht zu werden. Es war ein legendärer Abend, an dem wir auch David von Nordstadt kennenlernten. Da wir diese Geschichte bestimmt schon tausend mal erzählt haben, lassen wir es einfach und kommen zum nächsten Punkt. (ES LEBE DER PLOINKA! WIR WOLLEN DEN PLOINKA SEHEN!)

Es folgte der erste gemeinsame Auftritt von Lars und Egge auf der Ausstellungseröffnung namens "viertens" in der "Gelben Tasche". Der Drang in die Öffentlichkeit schien nichts mehr gewachsen. Ein Veranstaltung musste her, etwas neues, etwas in Lehrte: EIN OFFENES MIKROFON IN LEHRTE!
Seitdem hat sich einiges getan. Egge und Lars besuchten eine Lesegruppe der Naturfreunde, wühlten sich bei Flora ein und schrieben für die Vogelfrei, ein Magazin, das von Dirk Strauch und Stefan Heuer herausgegeben wurde.
Zusammen mit Tobias Kunze, der auf göttliche Fügung hin genau dieselbe Idee hatte, organisierten wir drei das erste, große Open Mic im Lehrter Turm. Es kamen fast 80 (!) Leute, die Presse war aus dem Häuschen, es lasen etwa 10-12 Leute, der Offene Kanal berichtete und alles war so unglaublich. Folgende Begegnungen fanden an diesem Abend statt. Die Freitextgruppe kam aus Hannover. Mit dabei waren Deniz Utlu und Arto. Es lasen Hip Hop Leute wie Daniel Loh oder es traten Harald Wanetschka, André Schlecht oder Dietmar Schadt auf. Wir waren begeistert und schworen das ganze zu wiederholen.
Dann war wieder ein Jahr rum, es war Februar 2002, Egge arbeitete längst bei Madsack, Lars hat eine Fotografenlehre begonnen. Wir hatten zig Leute kennengelernt als eines Tages Tobias Kunze anrief und uns herzlich zu einer Wiederholung des "Offenen Mikrofons" ins UJZ Korn einlud. Der Abend toppte noch die Veranstaltung im Lehrter Turm. Die Hauptorga-nisatoren Tobi Kunze und Pascal luden DJs ein, die anschließend auflegten. Folgende Leute traten auf: Drei Frauen dessen Namen ich vergessen haben, Wulf Hühn brachte seine Gitarre mit, Henning Chadde las, Lars war da, Deniz Utlu und zahlreiche andere Gäste. Egge lernte an diesem Abend Mirco Buchwitz kennen, den er schon einmal im Café Siesta sah. Die Begnung sollte nicht ohne Folgen bleiben. Flora berichtete über den Abend und alle schrieen wieder nach einer Wiederholung.
Egge zog nach Hannover, trat mit Lars bei kleineren Veranstaltungen auf und schließlich fand im Dezember 2002 das dritte Offene Mikrofon wieder im Lehrter Turm statt. Was konnte jetzt noch folgen...
Bei der Jubiläumsfeier des hannoverschen Untergrunds mit Kersten Flenter und Henning Chadde (u.a.) kam Egge und Mirco Buchwitz die Idee einmal Texte rennend in der Innenstadt vorzutragen. Das Running Mic war geboren und wurde gleich auf der Bühne bekanntgegeben. Am letzten Samstag vor Weihnachten sollte es losgehen. Einer schrieb sich den Termin ganz genau auf: David von Nordstadt!
Zum Running Mic I. kamen Lars, Egge, David und Tobi. Dazu kamen Arto Buhmann, Roland und sein Hund WAZ. Wir lasen auf Verkehrsinseln, im C&A, im H&M, auf dem Kröpke und in der Bahnhofslounge. Egge und David zogen sich sogar aus. Es wurde alles auf Video vom Hammerhai-Mann Herrn K. festgehalten. Die grandioseste Loveparade aller Zeiten, die im Sommer 2003 noch getoppt werden sollte.
Das Jahr 2003 war das Jahr der Auftritte und der Vernetzung. Lars wurde Zivi in einer Irrenanstalt und Egge arbeitete bei der HAZ. Wir gingen ins GIG, ChezHeinz, zu Leserunden aller Art, veranstalteten ein Open Mic in der Punkrockinstitution Stumpf, Tobi kreierte zusammen mit Eike Carstens die Offene Bühne in Lehrte, wir fuhren nach Bremen zum Slam, geben seit September 2003 die Zeitschrift Konvolut herraus, und, und, und...Leider zerbrach die Freitextleserunde, aber dem Projekt soll eine Zeitschrift folgen. Egge und Lars lasen gemeinsam im Literasiesta, zusammen mit Mirco Buchwitz und Henning Chadde zum Flora-Geburtstag oder auf den Trümmern der Bennostraße 5 (dank an David und Peggy für ihren unermüdlichen Einsatz). Es gab ein Poetry Slam am Leineufer, bei dem Jan Striemer dazustieß und Egge trat noch einmal mit Sonja, Marianna und Eniz Utlu im Lister Turm auf. Die Bande vergrößerte sich: Govi, Markus Baltzer, Sonja Petner, Wolle, Mike, Deniz, Marianna, Nora, Jan, Christine, Marlene und weitere kamen hinzu. Beim zweiten Running Mic lasen: Peter Wichers, ein Hip Hopper namens Daniel aus den USA, Mirco Buchwitz, Marlene, David, Tobi, Govi, Markus, Egge, Lars, Leonardo, Wulf Hühn und Hermann Beddig.
Ende Dezember 2003 folgt das bisher größte Literaturfestival Hannovers. Das Running Mic III...
...bis das Running Mic 2004 sämtliche Erwartungen übertraf: 35 Autoren unterhielten vier Stunden ca. 300 Zuhörer - die literarische Loveparade machte sich deutschlandweit einen Namen und wurde zum literarischen Highlight Hannovers.
Die Ereignisse überschlugen sich: Lesungen und Auftritte häuften sich, Egge begann zu studieren, Lars zog mit seiner Freundin nach Leipzig. Beide treten bei Poetry Slams an, organisieren Literaturveranstaltungen und arbeiten intensiv an Veröffentlichungen.
Die Geschichte des Kamalatta ist noch lange nicht zu Ende geschrieben! Wir arbeiten dran! Folgt uns!
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